Die tollste Lego Ritterburg der Welt

Was war Euer erstes Lego? Wer kann sich noch erinnern? Ich selber war ja bekanntlich kein Lego-Kind. Dennoch gab es irgendwann Mitte der Achtziger mal ausnahmsweise kein Playmobil, sondern die Lego-Ritterburg. Dunkel erinnere ich mich daran, dass ich meine halbe Kindheit versucht habe, die Burg selbständig aufzubauen. Aber bis auf einen einzelnen Turm (ohne Zinnen) bin ich stets gescheitert. Ein echter Legostheniker!

 

Dreißig Jahre später und nach einem nervenzehrenden Wochenende habe ich diesen Nimbus endlich bewältigt. Naja, fast.

Aber ganz von vorne: Unser armer, armer Bastian bekommt offensichtlich seit einigen Wochen zu wenig Aufmerksamkeit. Klar, es ist nicht leicht, im selben Haushalt wie ein dreijähriger unzähmbarer Löwe zu leben. "Nie spielt jemand mit mir!", beschwerte sich das Kind. Das kann man natürlich nicht hinnehmen. Jedenfalls haben wir Eltern uns verschworen, dem lieben, netten Kind, den nächstbesten Herzenswunsch zu erfüllen. Und dieser ließ nicht lange auf sich warten: "Nie krieg ich eine richtige Lego-Festung!"

Das konnte der Papa nicht auf sich sitzen lassen!

Vage erinnerte ich mich, dass in der Legokiste noch die Reste jener legendären Lego Ritterburg meiner Kindheit zu finden waren. Wie das allerdings mit alten Legokisten so ist, haben die Fragmente nicht die geringste Ähnlichkeit mit den Ritterburgen und Raumschiffen die sie einst einmal waren. Und nach drei Jahrzehnten Staubsaugens ist einzig und allein sicher, dass kein einziges Set mehr komplett ist.

Einen Versuch ist es wert! Dachte ich mir, ergooglete die Anleitung (Es lebe die heutige Technik!) und zu zweit begannen wir zu bauen. 

Naja, Bastian baute einfach irgendwas. Ich sortierte erstmal die Millionen Legosteine nach Farbe. Loni schmiss die sortierten Legos wieder in die Legokiste zurück.

Überrascht stellte ich fest, dass mehr Teile noch da waren als erwartet. Erst nach einem Drittel musste ich zu improvisieren beginnen. OK, dann halt mal ein gelber Stein statt einem grauen. Rot ist auch schön.

Dann stand das Grundgerüst, aber es waren keine Mauersteine mehr für die Türme übrig. Verdammt!

Das Ende? Fast! Ich erinnerte mich, wie die tausend gelben Legosteine in der Kiste früher einmal ausgeschaut hatten:

Ist diese Burg die Rettung?
Ist diese Burg die Rettung?

 

In der Legokiste schlummerten nicht nur die Steinchen einer sondern von zwei Ritterburgen! Die gelbe war die Ritterburg meines Cousin Christian. Leider war diese noch komplizierter aufzubauen. Die Wahrscheinlichkeit, dass noch alle Teile vorhanden waren: Null.

Der traurige Blick Bastians, der eine Festung ohne Türme ziemlich bescheuert fand (zu Recht!), ließ den Ingenieur in mir erwachen: Vielleicht waren ja noch genug Teile da, um zumindest zwei Türme zu bauen!

Also suchte ich auch diese Anleitung im Internet und wurde fündig.

Nach vier Stunden intensiven Bauens erblickte eine Mischung aus beiden Ritterburgen das Licht der Welt. Und zugegeben, ich war der stolzeste Papa der Welt!

Wehe, es kichert jetzt jemand - das war sauschwer!!!
Wehe, es kichert jetzt jemand - das war sauschwer!!!
Voll funktionstüchtig - dreißig Jahre später!
Voll funktionstüchtig - dreißig Jahre später!

Ja gut, sie sieht etwas speziell aus. Aber dafür funktioniert die Zugbrücke einwandfrei und man kann sie in eine längliche Wehrbefestigung transformieren!

Und das Ende vom der Geschichte?

Das liebe Kind spielte fünf Minuten. Dann wurde es ihm zu langweilig. Er verweigerte das Aufräumen, schmiss einige Legosteine quer durch das Zimmer und als der Papa eine halbe Stunde endlich alles fertig sortiert und aufgeräumt hatte, schnaubte das Kind: "Nie spielt jemand mit mir!" 

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