
Wilde Natur, ein geheimnisvoller Speckstein und eine Alm, die Kinder lieben – das Röthelmoos bei Ruhpolding ist eines der schönsten Ausflugsziele im Chiemgau.
Die Dandlalm auf der Röthelmoosalm ist vor allem bei Familien und Kindern ein beliebtes Ziel. Der Aufstieg ist nicht allzu schwer, die Forststraße ist kinderwagentauglich, und oben wartet eine urige Alm mitten in einem faszinierenden Hochmoor. Mit der mächtigen Hörndlwand im Hintergrund ist das Röthelmoos zudem eines der eindrucksvollsten Panoramen im Chiemgau.
Die gute Nachricht: Es gibt zwei verschiedene Routen, um zur Röthelmoosalm zu gelangen – eine ab dem Parkplatz Urschlau, eine ab dem Weitsee. Beide sind familientauglich und lassen sich zu einer Rundtour kombinieren.

Der Wanderparkplatz in Urschlau (Ortsteil von Ruhpolding) liegt direkt am Ausgangspunkt. Von Ruhpolding aus fährt man Richtung Weitsee, der Parkplatz ist ausgeschildert.
Das erste Drittel der Wanderung führt entlang des Großwappbaches – ein wunderschöner Abschnitt, der Kinder sofort in seinen Bann zieht. Der Weg ist breit, gut begehbar und auch für Kinderwagen geeignet. Das obere Drittel öffnet sich zum weitläufigen Hochmoor mit imposanter Aussicht auf die Hörndlwand.
Für diese Route parkt man am Wanderparkplatz Weitsee, der sich etwas versteckt im Seengebiet zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl befindet.
Diese Route hat einen besonderen Reiz: Auf dem Weg zur Dandlalm kann man den legendären Speckstein suchen – einen mystischen Kultfelsen am nördlichen Aufstieg zur Hörndlwand. Der Bergfex Willi Schwenkmeier berichtete einst davon: ein Felsen, in den seit dem Jahr 1642 Inschriften geritzt wurden – damit gehören sie zu den ältesten Ritzzeichen im südlichen Oberbayern. Für Kinder ist die Suche allein schon ein Abenteuer.
Wer mit kleinen Kindern wandert, kennt das: Was bergauf als große Entdeckungsreise gilt, wird bergab zur Herausforderung. Die Aussicht auf Schokokekse – intern als „Berg-Benzin" bekannt – kann Wunder wirken. Die Route vom Weitsee ist etwas länger, aber schattiger und an heißen Tagen angenehmer.
Am Ende beider Routen wartet die Dandlalm (auch: Dandl-Alm) – eine urige Almhütte mitten im Röthelmoos, ideal für die Einkehr mit der Familie.

Der kleine Wanderparkplatz befindet sich etwas versteckt im Seengebiet des Weitsees zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl etwa auf der Hälfte der Seen.
Die Strecke ist prädestiniert für Mountainbikes und Kinderwagen, dementsprechend viel kann an schönen Tagen dort los sein.
Zunächst beginnt die Tour mit einem kleinen Anstieg entlang des malerischen Gebirgsbaches, des Großwappachbaches. Die Gegend erinnert mit seinen zahllosen moos- und baumbewachsenen Felsen entfernt an den Ramsauer Zauberwald. Besonders im Hochsommer ist das erste Drittel durch den schattigen Waldweg und die Frische des Bacherls zunächst kühl und angenehm.
Oben angekommen verflacht der Weg zusehends und aus der leichten Bergwanderung wird ein gemütlicher Spaziergang. Entschädigt wird man aber durch die abwechslungsreiche Natur auf der Röthelmoosalm. Kleine rötliche Rinnsale links und rechts des Weges erklären, woher Röthelmoos seinen Namen hat. Immer im Blick hat man hier oben die markante Hörndlwand, der höchste Fels im Umkreis, der das Panorama auf Röthelmoos prägt.

Die gehfaulen Wanderer werden an der ersten Weggabelung gleich links zur Langerbaueralm abbiegen. Wer den gemütlichen Spaziergang und die schöne Landschaft noch eine Weile genießen möchte, der folgt den Wegweisern rechts Richtung Hörndlwand. Dort befindet sich auch die Dandlalm die vor allem bei Familien aufgrund ihrer Kinderfreundlichkeit beliebt ist.
Die Dandlalm bietet nämlich neben Kühen und Kaninchen auch eine umfangreiche Spielzeugkiste, die dafür sorgt, dass die Erwachsenen in Ruhe Brotzeit machen können. Bekannt ist die Dandlalm übrigens für ihren guten Kaiserschmarrn und die Speck-Kaspressknödel.
Geöffnet ist die Dandlalm 2022 ab 14.05.2022 von 11:00 bis 19:00 Uhr. Alle Info findet ihr auf der Webseite der Dandlalm hier: https://www.dandl-hof.de/dandl-alm.html

Ein weiteres Highlight auf der Röthelmoosalm geisterte zuletzt durch die Tagespresse - entdeckt habe ich es (noch) nicht:
Im Wald am nördlichen Aufstieg zur Hörndlwand - so berichtete neulich Bergfex Willi Schwenkmeier in der Zeitung - befindet sich ein geheimnisvoller Kultstein, der sogenannte Speckstein. Besonderheit dieses Felsen ist, dass er bereits seit Jahrhunderten als mystischer Kraftort identifiert wurde. Inschriften, die in den Speckstein geritzt wurden, gehen bis ins Jahr 1642 zurück. Somit handelt es sich mit um die ältesten Ritzzeichen die im südlichen Oberbayern nachgewiesen sind.
Die magischen druidischen Zeichen locken scheinbar auch so manche geheimnisvolle Gestalten in den Wald und so berichteten acht Kapuzenmanderl, die einfach nur in Ruhe um den Speckstein tanzen wollten, dass sie den legendären Willi Schwenkmeier dort gesichtet hätten.
So oder so, die sensationslustigen Touristen die sich mit mir vor der Dandlalm geschart hatten, konnten weder Speckstein, noch Neo-Druiden, noch Schwenkmeier Willi im Wald aufspüren. Hinweise gerne hier angenommen.
Auch die beiden netten Sennerinnen der Dandlalm wussten vom nahen Spuk- und Kraftort nichts. Ob sie die kommenden Nächte ruhig schlafen konnten, wissen wir unsererseits auch nicht.

Wander-Variante 2:

Eine weitere schöne Wanderung, die ebenfalls von Familien und Radfahrern gerne genutzt wird, ist die Variante ab Urschlau.
Den Parkplatz Urschlau erreicht man, wenn man ab Ruhpolding Richtung Märchenpark und dort noch etwas weiter fährt.
Dort gibt es, anders als am Weidsee, zahlreiche Parkplätze, die aber in den Sommerferien durchaus knapp werden können.

Der Vorteil dieser Wanderung ist, dass die Wege durchgängig ausgebaut sind, also auch für Familien mit Kinderwagen problemlos gegangen werden kann. Das erste Drittel ist sogar geteert. Die Wanderung führt entlang der Urschlauer Achen. Rechts wandert man am Bergwald-Erlebniszentrum Ruhpolding vorbei.
Richtig interessant wird es, im letzten Drittel. Dort gibt es einen schönen Aussichtspunkt von dem aus der eindrucksvolle Wasserfall zu sehen ist.

Nach einer knappen Stunde hat man bereits die Röthelmoosalm entdeckt. Hier bietet sich gleich die Einkehr rechts in die Langerbaueralm ein. Dort gibt es klassische Brotzeitplatten, Kaiserschmarrn und ab und zu gibt es dort auch ruhige bayerische Klänge, wenn die Buben ihre Ziach dabei haben.
Die Dandlalm findet man hier:
