Erzählungen – Definition, Merkmale und Beispiele

Literarische Erzählungen von Bernhard Straßer – kostenlos lesen und ausdrucken
Erzählungen und Erzählprosa

Wolltest du schon immer mal wissen, was eine Erzählung ist und welche großartigen Geschichten es in dieser Literatur-Gattung gibt? 

Hier findest du eine Vielzahl von literarischen Texten, die länger sind als Kurzgeschichten und kürzer als Romane. Meine Erzählungen nehmen dich mit auf eine bewegende Reise und lassen dich tief in die Welt der Protagonisten eintauchen.

Ob du die Erzählungen online lesen oder ausdrucken möchtest, um sie für die Schule zu verwenden, bei uns findest du alles, was das Leserherz begehrt. Und das Beste: Die Erzählungen sind alle kostenlos und warten nur darauf, von dir entdeckt zu werden.

Tauche ein in die Welt der Erzählungen und lass dich von unseren Geschichten begeistern. Ob berühmt oder noch unbekannt, jede Erzählung hat ihren eigenen Charme und wird dich in ihren Bann ziehen.

Was ist eine Erzählung? Definition & Überblick

Eine Erzählung ist eine literarische Prosaform, die zur Gattung der Epik gehört. Sie ist länger als eine Kurzgeschichte, aber kürzer und weniger komplex als ein Roman. Im Mittelpunkt steht eine überschaubare Handlung mit wenigen Figuren, die sich meist linear entfaltet und auf einen Höhepunkt oder eine Wendung zuläuft.

Der Begriff „Erzählung" wird in der Literatur in zwei Bedeutungen verwendet: als Oberbegriff für alle epischen Texte – also Romane, Novellen, Märchen und Kurzgeschichten – und als eigenständige Textsorte mit mittlerer Länge und klar erkennbarer Struktur. In der Schule ist meist die zweite Bedeutung gemeint.

Bekannte Erzählungen der deutschen Literatur sind etwa Franz Kafkas „Die Verwandlung", Thomas Manns „Mario und der Zauberer" oder Stefan Zweigs „Schachnovelle". Sie alle verbindet: eine konzentrierte, in sich geschlossene Geschichte, die den Leser von der ersten bis zur letzten Zeile in ihren Bann zieht.

Merkmale einer Erzählung

Erzählungen lassen sich anhand typischer Merkmale von anderen Textsorten unterscheiden:

Länge: Eine Erzählung ist länger als eine Kurzgeschichte, aber deutlich kürzer als ein Roman. Sie lässt sich meist in einer Sitzung lesen.

Handlung: Die Handlung ist linear aufgebaut und konzentriert sich auf ein zentrales Ereignis oder eine Entwicklung. Mehrere parallel laufende Handlungsstränge wie im Roman sind selten.

Figuren: Im Mittelpunkt stehen wenige Hauptfiguren. Der Leser verfolgt deren Entwicklung, Gedanken und Gefühle.

Erzählperspektive: Erzählungen nutzen entweder die Ich-Perspektive – die erzählende Person ist selbst Teil der Geschichte – oder die Er/Sie-Perspektive, bei der ein außenstehender Erzähler die Handlung schildert.

Tempus: Erzählungen werden typischerweise im Präteritum (Vergangenheitsform) geschrieben.

Spannungsbogen: Wie in einem Roman gibt es eine Einleitung, einen Hauptteil mit steigender Spannung und einen Schluss, der die Handlung auflöst – manchmal auch mit offenem Ende.

 

Sprache: Die Sprache ist ausdrucksstark und bildhaft. Beschreibungen von Orten, Personen und Stimmungen nehmen mehr Raum ein als in einer Kurzgeschichte.

Aufbau einer Erzählung (Einleitung, Hauptteil, Schluss)

Wie jede epische Textform folgt die Erzählung einem dreiteiligen Grundaufbau:

Einleitung: Die Einleitung führt in die Welt der Geschichte ein. Der Leser erfährt, wer die handelnden Personen sind, wo und wann die Geschichte spielt und welche Ausgangssituation besteht. Hier wird auch die Erzählperspektive festgelegt.

Hauptteil: Im Hauptteil entwickelt sich die eigentliche Handlung. Die Spannung steigt, Konflikte entstehen, Figuren verändern sich. Der Hauptteil mündet in einen Höhepunkt – den dramatischen oder emotionalen Wendepunkt der Geschichte.

Schluss: Im Schluss löst sich die Spannung auf. Die Handlung findet zu einem Ende – offen oder geschlossen. Manchmal zieht die erzählende Person eine persönliche Schlussfolgerung oder lässt den Leser mit einer offenen Frage zurück.

 

Dieser Aufbau ist keine starre Regel, sondern eine bewährte Orientierung – sowohl für Schülerinnen und Schüler, die eine Erzählung schreiben sollen, als auch für alle, die eine Erzählung analysieren möchten.

Erzählung, Kurzgeschichte, Roman, Novelle – die Unterschiede

Die vier wichtigsten epischen Formen lassen sich gut miteinander vergleichen:

Textsorte Länge Handlung Besonderheit
Kurzgeschichte sehr kurz (1–20 Seiten) ein Moment, ein Ausschnitt kein klassischer Anfang/Ende, oft offenes Ende
Erzählung mittel (20–100 Seiten) überschaubar, linear klare Struktur, wenige Figuren
Novelle mittel bis lang einsträngig, eine unerhörte Begebenheit oft Rahmenhandlung und Dingsymbol
Roman lang (100+ Seiten) komplex, mehrere Handlungsstränge viele Figuren, große Zeitspanne

Die Grenzen sind in der Literatur nicht starr – viele Texte lassen sich nicht eindeutig einer einzigen Gattung zuordnen. Das gilt auch für manche meiner eigenen Erzählungen, die bewusst mit den Grenzen des Genres spielen.

Erzählperspektiven – Ich-Erzähler und Er/Sie-Form

Die Erzählperspektive bestimmt, aus wessen Blickwinkel eine Geschichte erzählt wird. Sie beeinflusst maßgeblich, wie nah der Leser an den Figuren ist und wie viel er über ihre innere Welt erfährt.

Ich-Perspektive: Die erzählende Person ist selbst Teil der Geschichte. Sie erzählt aus eigener Erfahrung, der Leser erlebt alles durch ihre Augen. Diese Perspektive schafft unmittelbare Nähe und Spannung – man weiß nur, was die Ich-Person weiß. Beispiel: „Ich stand am Fenster und wusste, dass er nicht mehr kommen würde."

Er/Sie-Perspektive (auktorialer Erzähler): Ein außenstehender Erzähler berichtet über die Figuren. Er kann in die Gedanken mehrerer Personen blicken und die Handlung aus der Vogelperspektive überblicken. Diese Form gibt dem Autor mehr erzählerische Freiheit.

Personaler Erzähler: Eine Zwischenform – der Erzähler berichtet in der Er/Sie-Form, hält sich aber eng an die Perspektive einer einzelnen Figur. Der Leser erlebt die Welt durch deren Augen, ohne dass diese Person in der Ich-Form spricht.

 

In meinen eigenen Erzählungen arbeite ich häufig mit dem personalen Erzähler – nahe genug an den Figuren, um ihre Gefühle spürbar zu machen, und gleichzeitig mit etwas Abstand, um die Handlung zu formen.

Berühmte Erzählungen der deutschen Literatur

Die Geschichte der deutschen Erzählung ist reich an unvergesslichen Werken. Hier eine Auswahl der bekanntesten – viele davon kannst du weiter unten auch kostenlos herunterladen:

Ernest Hemingway – Der alte Mann und das Meer: Die eindringliche Geschichte eines kubanischen Fischers, der allein auf dem Meer gegen einen riesigen Schwertfisch kämpft. Ein zeitloses Meisterwerk über Ausdauer, Würde und das Altern. 1952 erschienen, 1953 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Stefan Zweig – Schachnovelle: Ein Passagierschiff irgendwo auf dem Atlantik. Ein Schachgenie trifft auf einen Mann, der das Spiel unter den schlimmsten Bedingungen erlernte: in monatelanger Einzelhaft. Zweigs letztes vollendetes Werk (1942) ist ein psychologisch meisterhaftes Porträt von Einsamkeit und Widerstand.

Heinrich von Kleist – Das Erdbeben von Chili: Kleist erzählt von einem jungen Liebespaar, das ein verheerendes Erdbeben im kolonialen Chile gegen alle Wahrscheinlichkeit zusammenführt – nur um sie kurz darauf einer rasenden Menge zum Opfer fallen zu lassen. Erschienen 1807.

Thomas Mann – Der Tod in Venedig: Der alternde Schriftsteller Gustav von Aschenbach reist nach Venedig und verfällt dort einer leidenschaftlichen, letztlich selbstzerstörerischen Obsession. Manns Erzählung (1912) ist eine der schönsten und rätselhaftesten der deutschen Literatur.

 

Franz Kafka – Die Verwandlung: Gregor Samsa erwacht eines Morgens und ist zum Ungeziefer geworden. Was klingt wie eine Groteske, ist in Wirklichkeit eine tiefe Auseinandersetzung mit Entfremdung, Familie und dem Verlust des eigenen Ichs. Erschienen 1915, bis heute eines der meistgelesenen Werke der Weltliteratur.

Nicht zu vergessen auch eine der besten Erzählungen die nach Kriegsende entstanden sind: "Jan Lobel aus Warschau" von Luise Rinser

Berühmte Erzählungen zum Gratis Download:

Ernest Hemingway - Der alte Mann und das Meer Klick hier

Schachnovelle - Stefan Zweig Klick hier

Das Erdbeben von Chilli - Heinrich von Kleist Klick hier

Thomas Mann - Der Tod in Venedig Klick hier

Eigene Erzählungen zum gratis Online Lesen in der Übersicht:

Neben den Klassikern findest du hier meine eigenen literarischen Erzählungen – alle kostenlos, zum Lesen am Bildschirm oder zum Ausdrucken. Sie sind länger als meine Kurzgeschichten und nehmen sich die Zeit, tiefer in die Welt ihrer Figuren

Das bewegte Leben des Schorsch H.

„Das bewegte Leben des Schorsch H.“ ist eine wilde, witzige und überraschend berührende Geschichte über einen jungen Mann, der zwischen Dorf und Welt, Revolte und Tradition seinen eigenen Rhythmus findet.

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Da kommt der Adel

Eine literarische Erzählung und ein wenig auch eine Persiflage auf den Literaturbetrieb. 

Er hat alles verloren, was er liebte, als sich eine berühmte junge Frau für ihn zu interessieren beginnt. Den Grund dafür begreift er erst, als es zu spät ist.

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Häufige Fragen zu Erzählungen (FAQ)

Was ist eine Erzählung einfach erklärt?

Eine Erzählung ist eine Geschichte mittlerer Länge – länger als eine Kurzgeschichte, kürzer als ein Roman. Sie hat eine klare Struktur mit Einleitung, Hauptteil und Schluss, konzentriert sich auf wenige Figuren und folgt einer überschaubaren Handlung mit Spannungsbogen.

Was sind die Merkmale einer Erzählung?

Typische Merkmale einer Erzählung sind: mittlere Länge, lineare Handlung, wenige Figuren, ein Erzähler (in Ich- oder Er/Sie-Form), Präteritum als Zeitform sowie ein Aufbau aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. Der Spannungsbogen läuft auf einen Höhepunkt oder eine Wendung zu.

Was ist der Unterschied zwischen einer Erzählung und einer Kurzgeschichte?

Eine Erzählung ist länger als eine Kurzgeschichte und hat eine ausgearbeitete Einleitung sowie einen klaren Schluss. Kurzgeschichten beginnen oft mitten in der Handlung, haben kaum Beschreibungen und enden häufig offen. Erzählungen nehmen sich mehr Zeit für Figuren, Atmosphäre und Entwicklung.

Was ist der Unterschied zwischen einer Erzählung und einem Roman?

Romane sind deutlich länger und komplexer. Sie enthalten oft mehrere Handlungsstränge, viele Figuren und eine große Zeitspanne. Eine Erzählung beschränkt sich auf eine überschaubare Geschichte mit wenigen Figuren – sie lässt sich in einer Sitzung lesen.

In welcher Zeit wird eine Erzählung geschrieben?

Erzählungen werden typischerweise im Präteritum (Vergangenheitsform) geschrieben – also in der „er ging / sie sagte / es war"-Form. Direkte Rede wird dabei im Präsens gehalten.

Welche berühmten Erzählungen gibt es?

Zu den bekanntesten Erzählungen der Weltliteratur gehören Franz Kafkas „Die Verwandlung", Stefan Zweigs „Schachnovelle", Thomas Manns „Der Tod in Venedig", Ernest Hemingways „Der alte Mann und das Meer" sowie Heinrich von Kleists „Das Erdbeben von Chili".

Kann ich die Erzählungen hier kostenlos lesen?

Ja – alle Erzählungen auf dieser Seite sind kostenlos. Du kannst sie direkt online lesen oder als PDF herunterladen und ausdrucken, zum Beispiel für den Schulunterricht.